Systemische Therapie und Beratung (DGSF)


Weiterbildungsrichtlinien des Bodensee-Instituts für die Weiterbildung "Systemische Therapie und Beratung (DGSF)" (dreijährig)

Lehrende :

  • Margit Löchte, Lehrende für Systemische Therapie (DGSF)
  • Katarina Vojvoda-Bongartz, Lehrende für Systemische Therapie (DGSF)
  • Prof. Dr. Wolf Ritscher, Lehrender für Systemische Therapie (DGSF)
  • Randolf Hummel, Systemischer Therapeut (SG)
  • Dr. med. Gerhard Dieter Ruf, Lehrender für Systemische Therapie (DGSF)



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Inhalte:

Zu Beginn der Weiterbildung lernt die TeilnehmerIn unter Hinzunahme ihres eigenen Arbeitskontextes unterschiedliche Beziehungs- und Systemzusammenhänge kennen und diese mittels systemischer Methoden wie z.B. dem Familienbrett und einer Skulptur darzustellen. Mit Hilfe vorgestellter Kommunikationsmodelle kann sie weitere Systemzusammenhänge ableiten und erste Hypothesen für die therapeutische Arbeit mit KlientInnen finden. Darüber hinaus ist sie in der Lage, diese Zusammenhänge aus der Beobachterperspektive zu betrachten und gleichzeitig sich selbst als Teil dieses Beobachtungssystems mit einzubeziehen. Im weiteren Verlauf ist die TeilnehmerIn in der Lage, die zentrale Bedeutung der Kybernetik und die daraus folgende konstruktivistische Grund- und Arbeitshaltung zu erkennen.

Nach Abschluss der Themen Erstkontakt, systemische Gesprächsführung und Modelle der systemischen Therapie kennt die TeilnehmerIn die einzelnen Phasen eines Erstgesprächs und kann mit einem Kontrakt und ersten überprüften Hypothesen in die konkrete therapeutische Arbeit mit ihren KlientInnen einsteigen. Mit Hilfe unterschiedlicher systemischer Methoden, wie z.B. zirkuläres Fragen und andere Fragetechniken, Genogrammarbeit und Reframing, kann sie relevante Informationen für den therapeutischen Prozess gewinnen und gleichzeitig der einzelnen KlientIn oder dem System entscheidende Interventionen anbieten. Dabei versteht sie die KlientIn als ExpertIn für ihre eigenen Lösungen.
Die TeilnehmerIn lernt die Theorien und Schulen der systemischen Therapie mit der systemischen praktischen Arbeit relevant zu verknüpfen und deren Nutzen für Systeme optimal zu deuten.
Im weiteren Verlauf der Weiterbildung erweitert sie ihre erworbenen Kompetenzen der systemischen Therapie und Familientherapie um neuere Ansätze und Konzepte, wie z.B. dem lösungsorientierten und narrativen Ansatz, den systemischen Strukturaufstellungen und Multiplizitätskonzepten, und integriert diese in ihren Arbeitsalltag. 

Weiterhin ist sie in der Lage, unter Berücksichtigung paartherapeutischer Konzepte, wie z.B. dem Lebenszyklusmodell oder dem schismogenetischen Beziehungsmodell, einen paartherapeutischen Prozess souverän zu führen. Für die Arbeit mit Familien kann sie Modelle der Familiendynamik nutzen und mit Familiengeheimnissen und Tabus wie z.B. Gewalt, Inzest und Sucht im Sinne der KlientInnen sensibel und wertschätzend umgehen.

Mit kreativen Methoden der „systemischen Schatzkiste“ kann die TeilnehmerIn Kinder und Jugendliche aktiv am familientherapeutischen Prozess beteiligen.

Um neben kognitiv-verbalen Zugängen KlientInnen bei ihren Lösungsfindungen mehrsinnig zu begleiten, kann die TeilnehmerIn sich darstellender Methoden wie z.B. des Lebensflussmodells, der Externalisierung und der Impact-Methoden bedienen.
 
Von den Themenfeldern der systemischen Psychiatrie profitieren TeilnehmerInnen aus allen beruflichen Kontexten. Die TeilnehmerIn weiß um das Spannungsfeld Autonomie und Bindung, auch im Kontext psychiatrisch relevanter Störungsbilder, wie z.B. Schizophrenie, Trauma und Angst, und kann mit gezielten Methoden und Fragen verhärtete Symptome aufweichen bzw. verflüssigen und somit neue Lösungswege initiieren. Im Sinne der Grundhaltung der Neutralität ist sie in der Lage, die Verantwortung für die Lösungsumsetzung achtvoll, behutsam und dennoch eindeutig bei der KlientIn zu lassen.

Die TeilnehmerIn steuert souverän Therapieprozesse und gestaltet Abschlüsse und Abschiede mit den KlientInnen.
Im Themenumfeld transkulturelle Therapie hat die TeilnehmerIn eine Sensibilität dafür entwickelt, wann die Thematisierung kultureller Unterschiede hilfreich und relevant ist und wann sie von KlientInnen möglicherweise als Ausgrenzung empfunden wird.

Sie ist in der Lage, andere Therapierichtungen, wie z.B. die Psychoanalyse, Verhaltenstherapie oder das Psychodrama zu unterscheiden und Elemente hiervon für die systemische Arbeit integrativ zu nutzen.

Während der Selbsterfahrungsseminare profitiert die TeilnehmerIn durch einen ressourcenorientierten Blick auf ihr eigenes Herkunftsfamiliensystem oder auf ihre Kernfamilie und kann mit den gewonnenen Erkenntnissen ihren familiären und beruflichen Alltag bereichern. Darüber hinaus erfährt sie dort eine reiche Methodenvielfalt im Bereich der Skulptur- und Aufstellungsarbeit und anderer darstellender Methoden und kann diese für ihr eigenes therapeutisches Handeln nutzen.

In den Fallsupervisionen reflektiert die TeilnehmerIn ihr eigenes systemisches Arbeiten mit KlientInnen und gewinnt neue Erkenntnisse für die positive Gestaltung ihrer therapeutischen Prozesse. Ihre eigenen „blinden Flecken“ lernt sie in der Reflexion der Weiterbildungsgruppe besser kennen und bekommt Anregungen, Lücken im Prozess zu schließen. In der durchgeführten Live-Arbeit mit eigenen KlientInnen profitiert sie optimal von der Unterstützung der Weiterbildungsgruppe, die z.B. durch die Methode des Reflecting-Teams oder durch konstruktive Feedbacks geleistet wird. Darüber hinaus nutzt sie die Erkenntnisse der eingebrachten Fälle anderer TeilnehmerInnen für ihren systemische Arbeitsalltag.

Bis zum Abschluss der Weiterbildung ist es der TeilnehmerIn gelungen, eine persönliche therapeutische Identität zu entwickeln, die sich u.a. auszeichnet durch die systemischen Grundhaltungen der Lösungs- und Zukunftsorientierung sowie einer persönlichen Neutralität in therapeutischen Prozessen. Ihre individuellen Stärken hat sie erfolgreich integriert. 

 

Aufbau:

Das Bodensee-Institut bietet die Weiterbildung „Systemische Therapie und Beratung (DGSF)“ nach den Zertifizierungsrichtlinien der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) an. 



Die Weiterbildung ist curricular aufgebaut. Dabei ist ein Quereinstieg möglich. Die Regeldauer des Weiterbildungsganges beträgt ca. drei Jahre, wobei die Bereiche Theorievermittlung mit praktischen Übungen, Supervision und Intervision sowie Therapie-/ Beratungspraxis in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Sie erstreckt sich über einen Zweitages-, 19 Dreitages-, einen Viertages- und einen Fünftagesblock.

Der fünftägige Selbsterfahrungsblock findet in einem auswärtigen Seminarhaus statt. Hier ist die Übernachtung verpflichtend (einmalig anfallende, zusätzliche Kosten für Kost und Logis).


Das Curriculum gliedert sich in sechs Bereiche: 

1. Theorie und Methodik (300 UE)

2. Systemische Supervision (150 UE)

3. Selbsterfahrung (150 UE)

4. Therapeutische Praxis / Beratungspraxis (200 UE*)

5. Intervision / Peer-Gruppenarbeit (mind. 100 UE*)

6. Literaturstudium (100 UE*)

*Diese Bereiche werden weitgehend selbständig bzw. in Eigenregie der Weiterbildungsgruppe erarbeitet und nachgewiesen.

Theorie und Methodik (300 UE):

Siehe Inhalte der Weiterbildung.
Supervision (150 UE):

Während der Supervisionseinheiten stellt jede TeilnehmerIn zwei therapeutische bzw. beraterische Prozesse vor  (Videoausschnitt oder  Live-Sitzung im Institut). Der Verlauf der Fälle ist vorab schriftlich zu skizzieren. 
Selbsterfahrung (150 UE):

Die Selbsterfahrung ist zum einen in die regulären Seminare integriert, zum anderen findet sie in einem viertägigen und einem fünftägigen Selbsterfahrungsblock statt. Bei dem fünftägigen Selbsterfahrungsblock ist die Übernachtung in einem auswärtigen Seminarhaus verpflichtend.
Intervision in der Peergruppe (mind. 100 UE):

Die Intervisions-/Peergruppenarbeit wird in regionalen Kleingruppen organisiert, durchgeführt und entsprechend in schriftlicher Form nachgewiesen. Es findet eine intensive Auseinandersetzung mit Theorie und Methodik unter Einbezug der Reflexion der Fallpraxis der TeilnehmerInnen statt. Dies wird methodisch insbesondere in Rollenspielen geübt.
Therapeutische Praxis / Beratungspraxis (200 UE):
Die TeilnehmerIn führt (bis spätestens zwei Jahre nach Beendigung der 
Weiterbildung) mindestens 200 Beratungs- bzw. Therapiestunden durch. Zusätzlich werden vier abgeschlossene, therapeutische bzw. beraterische Prozesse ausführlich dokumentiert, von denen einer mind. 10 Sitzungen umfasst. Die TeilnehmerIn muss während der Zeit der Weiterbildung die Möglichkeit haben, in ihrem Arbeitsfeld oder anderswo therapeutisch oder beraterisch arbeiten zu können, damit Ihre Weiterbildung zertifiziert werden kann (Praxisbezug)!
Literaturstudium (100 UE):
In den Peergruppen sollen zusätzlich zu ausgewählten Themen Kurzreferate über rezipierte Fachliteratur gehalten werden.



 

Abschluss und Zertifikat:


Der Abschluss der Weiterbildung erfolgt über eine Abschlussarbeit und ein Kolloquium. Die TeilnehmerInnen erhalten bei erfolgreichem Abschluss ein Zertifikat des Bodensee-Instituts. Dieses können die TeilnehmerInnen bei der DGSF einreichen, um den Titel „Systemische TherapeutIn/ FamilientherapeutIn (DGSF)“ zu erwerben.

Das ausführliche Curriculum mit den Terminen erhalten Sie auf Anfrage.

Eingangsvoraussetzungen:

• Hochschulabschluss (Diplom-, Bachelor-, Master und Staatsexamensabschlüsse aller Universitäten, Fachhochschulen und dualer Hochschulen) mit sozial-/humanwissenschaftlicher Ausrichtung und psychosoziale Praxiserfahrungen
oder:
ein qualifizierter Berufsabschluss im psychosozialen Bereich (mind. 3-jährige Berufsausbildung) und mind. 3-jährige Berufstätigkeit im psychosozialen Bereich und zusätzlich eine abgeschlos-sene beraterische oder therapeutische Aus-/ Weiterbildung im Umfang von mind. 200 UE
oder:
• ein qualifizierter Berufsabschluss im psychosozialen Bereich (mind. 3-jährige Berufsausbildung) und mind. 3-jährige beraterisch-therapeutische Berufstätigkeit im klinischen Kontext oder im Bereich Therapie/Familientherapie.
und:
• Möglichkeit zur Umsetzung systemischer Vorgehensweisen (Praxisbezug)
Außerdem ist es notwendig, dass die Institutsleitung über psychische und körperliche Beeinträchtigungen der TeilnehmerIn vor Vertragsabschluss informiert wird.

Bewerbung:

Die Anmeldung erfolgt über das Anmeldeformular und eine schriftliche Bewerbung. Hierzu gehören Lichtbild, Lebenslauf, Abschlusszeugnis, bisherige Aus- und Weiterbildungen, derzeitige Tätigkeit (Praxisbezug), Ziele, die die TeilnehmerIn mit der Weiterbildung erreichen möchte. Bitte richten Sie Ihre Bewerbung an die Büroadresse des Bodensee-Instituts: Rosenweg 1 in 78315 Radolfzell. 
Nach Prüfung der Unterlagen wird mit jeder TeilnehmerIn ein Vertrag über die berufliche Weiterbildung abgeschlossen.

Kosten:


Die Weiterbildung kostet insgesamt 7.920 € (zzgl. Kost und Logis für das fünftägige Selbsterfahrungsseminar) und kann in 36 monatlichen Raten à 220 €  bezahlt werden. Die Kosten werden per Dauerauftrag beglichen.



 

Seminarort:

Die Weiterbildung findet in unseren Seminarräumen in der Radolfzeller Altstadt (Seestraße 17, 78315 Radolfzell) statt. Vier Etagen, die oberste mit Seesicht, bieten viel Platz für differenziertes Lernen und praktisches Arbeiten. Nur das fünftägige Selbsterfahrungsseminar wird auswärts in einem Seminarhaus durchgeführt. Hier ist die Übernachtung verpflichtend.

Beginn der nächsten Therapieweiterbildungen:

  • 18. Juli 2016 (Th. 2016-B)
  • 23. Januar 2017 (Th. 2017)
Genauere Informationen zur Weiterbildung unter 07732-822216

Informationsveranstaltungen zur Therapieweiterbildung (keine Anmeldung erforderlich):


  • Donnerstag, 07. April 2016   von 17.30 Uhr bis ca. 20.00 Uhr
  • Donnerstag, 09. Juni 2016   von 17.30 Uhr bis ca. 20.00 Uhr
  • Donnerstag, 20. Oktober 2016 von 17.30 Uhr bis ca. 20.00 Uhr
  • Donnerstag, 01. Dezember 2016 von 17.30 Uhr bis ca. 20.00 Uhr

Ort: Seestraße 17 in 78315 Radolfzell (Seminarräume)